sarah dudley: "forgotten places"
Sarah Dudley zeigt ab 14.02. unter dem Titel "forgotten places" in der Galerie elm75 eine Auswahl aktueller Arbeiten. Die Präzision hat sie als Meisterschülerin der Druckgrafik verinnerlicht, und in ihrer Malerei findet sie fruchtbare Anwendung. Häufig präsentiert sie darin Objekte, die im Alltag nicht als ansehnlich empfunden werden.
Die Künstlerin ist weit gereist, hat an vielen Orten beobachtet und ihre Beobachtung in Malerei umgesetzt. In der Ausstellung zeigt sie Werke, die an so unterschiedlichen Orten wie Südafrika, dem australischen Outback und Treptow entstanden sind. Elemente wiederholen sich an allen Orten, z. B. alte Autoreifen. Die Moderne ist überall, Rückzüge vor ihr in Exotismen werden als Illusion, als Träumerei gekennzeichnet. In Zeiten ständigen Geredes über Globalisierung und ihre Folgen ist diese Feststellung im Grunde banal, doch versteht Sarah es auf brillante Weise, die Erinnerung daran aufzufrischen.
Dudley versteht ihre Motive als Dokumentation von Transformation. Die Gegenstände sind demnach nicht einfach Müll, sondern sie sind neu in die Umgebung integrierte Objekte. Sie haben jetzt am ständigen Prozess des Vergehens und Neuentstehens teil. Wo Autoreifen in der Landschaft liegen, werden sie rasch zum Schatten spendenden Rückzug für Kleingetier oder zum windgeschützten Minibiotop für Gräser. Mit der Lenkung des Fokus auf diese einzelnen Objekte nimmt Dudley die Betrachter auf einem Umweg mit zur Erkenntnis über die Untrennbarkeit von reiner Natur und menschlichem Dasein.
Sie führt den Blick auch auf die ästhetische Kraft alltäglicher, gemeinhin als unerfreulich betrachteter Gegenstände. Die Dinge können ein neues Leben und dadurch eine eigene ästhetische Qualität offenbaren, die nicht erst hergestellt werden muss. Die Betrachter müssen sie lediglich entdecken, indem sie die traditionelle Funktionszuweisung vom Material lösen. Grundsätzlich besteht kein Unterschied zwischen der Korrosion eines rostigen Rohres und der eines Grünspan ansetzenden Kupferdaches. Letzteres ist aber als baukünstlerisches Element anerkannt, auf Ersteres weist Dudley hin und hilft den Blick der Betrachter zu erweitern.
| zurück |Vernissage am 14.02.2009 | 18-22 h
Ausstellung vom 14.02.2009 bis 14.03.2009
